Sandra Rehschuh

Der Ruf des Pharaos

pharao
Albträume werden nicht wahr … oder doch?

Dunkelheit. Ringsumher. Wände, die keinen Ausweg erkennen lassen.

Die vierzehnjährige Anna träumt oft von einem finsteren Labyrinth, bis sie erkennt, dass ihre Träume sie in eine andere Realität gezogen haben. Sie findet sich im alten Ägypten wieder, 1335 Jahre vor Christus.

Anna weiß, sie muss aufwachen, verschwinden, doch sie kann nicht. Eine viel zu starke, unheimliche Macht hält sie gefangen. Ihr Schicksal ist auf rätselhafte Weise mit der Vergangenheit verbunden. Warum setzt der mächtige Pharao Echnaton alles daran, sie in seine Hände zu bekommen? Wird Anna es mithilfe der Katzengöttin Bastet schaffen, nach Hause zurückzukehren? Und was macht ausgerechnet Daniel, ihre erste große Liebe, an diesem Ort, in dieser Zeit?

 

Der Ruf des Pharaos
196 Seiten
Softcover
ISBN 996352415X
€ 10,99

Leseprobe

Die Ausstellung

Dunkelheit. Schwärze. Überall. Atemraubend. Anna sah keinen Meter weit. Abgestandene Luft legte sich wie nasser Sand über die Nase, den Mund, erschwerte ihr das Atmen. Rasch hob und senkte sich ihr Brustkorb, jede Faser des Körpers gierte nach Sauerstoff, schien vor Ungeduld zerreißen zu wollen.
Sie spürte die Blicke wie Nadelspitzen auf ihrer Haut und dann … diese Schritte. Schritte, die von den Mauern herniederhallten, die sie umringten.
Sie blieb einen Herzschlag lang stehen, lauschte in die Finsternis. Kamen die Tritte näher? Nahm das Stöhnen an Lautstärke zu?
Gehetzt sah sie zurück und erkannte doch nichts.
Weiter! Du musst weiterlaufen, klang es hinter ihrer Stirn. Er holt dich. Er fängt dich. Du wirst niemals dieses Labyrinth verlassen, wenn er dich erreicht.
Sie drückte die Hände gegen die Schläfen, bis die Stimme in ihrem Kopf verstummte. »Ruhig, Anna«, murmelte sie, »irgendwo muss es einen Ausgang geben. Irgendwo vor dir. Oder hinter dir.« Ihr Herz trommelte wild. Die Erkenntnis, dass sie nicht den Hauch einer Ahnung besaß, wo sie sich überhaupt befand, jagte ihr einen Schauder über den Rücken.
Den Tränen nahe, streckte sie die Arme zu beiden Seiten aus. Ihre Hände berührten staubigen Stein. »Es muss einen Ausgang geben. Es gibt immer einen.« Sie konzentrierte sich auf ihren Puls, befahl ihm, langsamer zu werden. Erst, als er einen normalen Rhythmus annahm, schloss sie die Augen, versuchte sich auf Gehör und Gefühl zu verlassen und trat zwei Schritte nach vorn.
Keine Mauer. Aber auch kein Luftzug. Enttäuscht ließ sie die Schultern sinken.
»Grrr …«
Blindlings hastete sie durch die Gänge, eine gefühlte Ewigkeit, bog nach rechts ab, als sie auf dieser Seite keinen Widerstand spürte.
Der Schmerz schoss wie ein Pfeil von der Stirn in die Füße. Einen Moment lang verspürte sie Übelkeit, als ob sie zu viele Süßigkeiten auf einmal gegessen hätte, und atmete tief durch.
»Aua«, murmelte sie schluchzend, und tastete über eine Mauer. Sie war so oft den Weg entlanggelaufen, aber nie zuvor hatte er an dieser Stelle aufgehört. Es gab nur eine Sache, die sie wirklich wusste. Hinter ihr, irgendwo in den Tiefen der Schwärze, lauerte das Geschöpf, das nach ihr jagte.
Von Neuem hallten seine Schreie durch das Labyrinth, als ob es ihre Gedanken las.
»Grrr …« Dieses Mal schien es näher als zuvor.
Zitternd fuhr sie mit den Fingern über den Felsen. Sie fanden keinen Ausweg, keine Lücke, durch die sie sich zwängen konnte.
Außer Atem ließ sie sich gegen die Mauer sinken, starrte in die Dunkelheit. Sie presste die Zähne aufeinander, damit ihr Klappern sie nicht verriet. Ihre Haare stellten sich zu Berge.
Sie lauschte. Schlürfende Schritte, unheilvolles Knurren. Lauter. Näher.
Sie drückte sich gegen Stein und verbarg den Kopf zwischen ihren Knien. Ich seh dich nicht, also siehst du mich auch nicht. Ich seh dich nicht, also siehst …
Eine Hand, wie von Elfenbein, blitzte in der Schwärze auf.
Anna schrie.

Anna brüllte noch immer. Ihre Kehle fühlte sich wie Sandpapier an, ihre Stimme wurde schwächer, doch sie konnte nicht aufhören.
Ein lautes Knarzen übertönte sie.
»Anna? Was ist los?«, rief jemand.
Ohne Vorwarnung kam die Hand aus der Finsternis, bleich wie eine Totenhand. Sie keuchte. Das Ding kannte ihren Namen.
Sie fuhr auf, hörte ihr Herz dumpf in ihren Ohren pochen, sah einen Schatten, der ihr seltsam vertraut war und verstummte. Zischend sog sie die Luft zwischen den Zähnen ein. »Mama? Was …? Wo bin ich?«
Mama nahm sie in die Arme und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. »Anna, du hast schlecht geträumt. Ein Alb, mehr nicht.«
Annas Augen füllten sich mit Tränen. Sie schniefte. »Es war kein Traum. Ich war dort. In dem dunklen Labyrinth. Die Mauern … die Sackgasse.« Ihre Stimme schwoll an, bis sie in Mamas Augen blickte. Darin erkannte sie ein Funkeln, das ihr nicht geheuer vorkam. Schmerz? Begründet in einer Ahnung, dass sie den Verstand verlor? Doch sie konnte nicht länger schweigen. »Es ging nicht mehr weiter. Dieses Mal jedoch …« Sie vergrub das Gesicht in der Ellenbeuge ihrer Mutter wie in Kindertagen, wenn sie sich gruselte. »Ich habe etwas erkannt.«
Mama nahm die Hand von ihrem Rücken. Augenblicklich vermisste sie die tröstende Wärme und bereute, überhaupt den Mund geöffnet zu haben.
»Was war das?« In Mamas Stimme schwang ein sorgenvoller Unterton.
Sie sah auf. Hörte sie ein Vibrieren, ein Zittern? Wieder und wieder hallte der Satz wie ein Echo in ihrem Kopf nach, bis sie glaubte, zurück in dem Labyrinth zu sein. Gehörte das, was sie vernahm, an diesen schrecklichen Ort? Stellte Mama einen Teil dieses ewig wiederkehrenden Albtraumes dar?
Anna schüttelte den Gedanken ab. Unsinn. Mama macht sich wirklich Sorgen um mich.
»Anna?«
Sie versuchte, zu lächeln. »Bitte entschuldige. Ich probiere, mich an die Einzelheiten zu erinnern. Vielleicht eine Klaue, Pranke … nein. Eine Hand, ja, eine Hand griff nach mir.«
»Erzähl weiter.«
In Mamas Gesicht regte sich nichts.
»Bevor sie mich packte, bin ich aufgewacht.« Sie schluckte das Gefühl der Erleichterung hinunter. »O Mama, was bedeutet das alles? Wann hört es endlich auf?« Die Tränen rannen herab, trockneten und nur salzige Kristalle blieben auf ihrer Haut zurück.
»Ich weiß es nicht, meine Süße. Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es an der Zeit, Hilfe zu holen. Auf Dauer geht es so nicht wei…«
»Hilfe? Willst du etwa sagen, dass ich verrückt bin?« Sie warf die Bettdecke zu Boden und sprang auf.
»Beruhige dich, mein Liebes. Wenn du nicht willst …«
»Ich will nicht. Ich bin nicht verrückt.«

»Du warst wieder dort?« Claudia rollte den Lutscher zwischen ihren Hamsterbacken umher und ähnelte damit verblüffend einem Kleinkind.
Ein schreiend komischer Anblick, doch Anna war nicht zum Lachen zumute. »Ja. Es ist unheimlich dort. Dunkel. Weißt du, dass ich, seitdem sich dieser Traum ständig wiederholt, Angst im Dunkeln habe?«
»Nein. Aber verdenken kann man es dir nicht.«
»Übrigens …« Sie zeigte auf den Lolli. »… bekommst du von dem da Karies.«
»Egal.« Claudia schob die Nascherei weiter in den Mund hinein.
Ein scheußliches Knacken wie von berstenden Knochen war zu hören, als Claudia ein Stück abbiss.
Ein Schauder durchlief Annas Körper. Sie schmeckte bittere Galle und schluckte heftig. »Bitte hör damit auf«, flüsterte sie.
»Ah, jetzt weiß ich es.« Claudias Miene verzog sich zu einem spöttischen Grinsen. »Ich weiß, wo du Nacht für Nacht umherwanderst.«
»So? Wo denn?« Gespannt wartete sie auf die Antwort. Claudia besaß seit eh und je die verrücktesten Ideen, und wenn die Geschichte nicht dermaßen gruslig wäre, hätte sie sich auf ihre Erklärungen mit Sicherheit gefreut.
»Na, du triffst dich heimlich mit Daniel. Wenn auch nur in deinen Träumen, aber du triffst dich mit ihm.« Die Freundin, deren Haare jedem Feuerlöscher Konkurrenz machen konnten, versetzte ihr einen Stups in die Rippen und lachte.
»Nicht so laut«, zischte Anna und sah unter den Wimpern zu dem blonden Jungen hinüber. Daniel war zwei Klassenstufen über ihnen. Sämtliche Mädchen der Schule begehrten ihn. Sie war ebenfalls heimlich in ihn verliebt. »Er steht doch da drüben.« Hitze stieg ihr in die Wangen. Rasch sah sie weg. Niemand sollte über ihre Gefühle im Bilde sein. Vor allem nicht Claudia.
»Na und?« Claudia neigte den Kopf und setzte ihren berühmten Hundeblick auf, der bei ihr immer zog.
Heute nicht. Heute wollte sie nicht lachen oder scherzen. Der Tag sollte nur rasch vergehen.
»Er soll ruhig wissen, dass du ihn magst. Allein kommt er nie darauf. Wenn er es nicht erfährt, werdet ihr nie ein Paar. Also? Welche Rückschlüsse ziehen wir daraus?«
»Dass du spinnst, meine liebe Claudia. Dass du spinnst.« In Gedanken lächelte sie zu ihm hinüber. Eigentlich stimmte es. Doch wenn sie nur daran dachte, zu ihm zu gehen und ihn anzusprechen, klebten ihre Füße am Boden und ihre Zunge nahm ein taubes Gefühl an. Blöderweise würde Daniel wohl nie von allein zu ihr kommen, geschweige denn, sie ansprechen. Sie seufzte.
»Liebeskummer, oder was?«, neckte die Freundin weiter.
»Ach, was.« Jetzt kam der Zeitpunkt, an dem sie sich den klebrigen Boden zum ersten Mal herbeisehnte; sie könnte damit Claudia den Mund verschließen.
»Sehnsüchte und seltsame, nächtliche Reisen. Ja, ja … Das muss Liebeskummer sein, meine Beste. Hihi.«
»Wenn du das sagst?« Sie ließ resigniert die Schultern sinken. Claudia würde sie sicherlich bis zum Ende ihrer Tage mit ihren Sprüchen nerven. »Woher willst du eigentlich wissen, dass ich in ihn verschossen bin? Vielleicht bist du es ja selbst, und weil du dich nicht traust, Daniel anzusprechen, hackst du auf mir rum.«
»Ach, Annalein.« Sie lachte. »Ich kenne dich. Deine Augen kleben ja förmlich an ihm.«
»Das geht nicht«, brummte sie. »Dann müsste ich mir nämlich die Augäpfel herausreißen und sie mit Kleber an ihm festmachen.«
Claudia klopfte ihr auf die Schulter. »Nur nicht den Mut verlieren. Jeder Topf findet seine Bratpfanne, sagt man doch so schön, oder?«
»Jeder Topf findet seinen Deckel. Ein toller Spruch, nicht wahr? Irgendwie stimmt der bloß nicht. Zumindest trifft er bei mir überhaupt nicht zu. Ich bin schon immer ein deckelloser Topf und weit davon entfernt, dass sich daran etwas ändert. Manchmal kommt es mir vor, als müsste ich mein ganzes Leben allein bleiben. Da gibt es noch ein geniales Zitat. Genieß die Einsamkeit. O Mann, wer denkt sich diese tollen Lebensweisheiten eigentlich aus?« Sie kickte einen Kieselstein davon und sah ihm nach.
»Anna, sei doch nicht frustriert. Du bist gerade vierzehn. Du hast genug Zeit, jemanden kennenzulernen.« Das Spöttische wich aus Claudias Stimme, sie blickte ungewohnt ernst.
»Vielleicht stimmt das ja.« Aber das tröstet nicht darüber hinweg, dass ich Daniel möchte, und ihn wohl niemals bekommen werde.
»He, ich habe eine Idee, Annalein«, Claudia warf den Rest ihres Lutschers fort. »Das bringt dich sicher auf andere Gedanken. Heute eröffnet die Ägyptenausstellung. Also die über den Kinderpharao. Tutancha … irgendwas. Was meinst du? Wollen wir uns die zusammen ansehen?« Sie sprang auf und wäre beinahe über die eigenen Füße gestolpert, hätte Anna sie nicht aufgefangen.
»Ich weiß nicht. Meine Nacht war kurz, Claudia und überhaupt …«
»Ach, komm schon«, sie zerrte an ihrem Ärmel, »es klingelt gleich. Also, du und ich auf Ägyptentour, meine verehrte Pharaonin.« Claudia kicherte und strich über Annas Haare. »Eigentlich könntest du wirklich als eine Pharaonin durchgehen«, bemerkte sie nachdenklich, »dein Haar ist in der richtigen Länge, das Schwarz stimmt. Dein Pony ist genauso gerade geschnitten wie der der Majestäten aus längst vergangenen Tagen. Und wenn ich dich richtig ansehe«, sie trat einen Schritt vor Anna und zwang sie zum Stehenbleiben, »erkenne ich sogar diese feinen mandelförmigen Augen an dir.«
»Claudia?«, sie zog die Freundin weiter, »es gibt keine Pharaoninnen. Wenn, dann Königinnen. Davon abgesehen glaube ich, dass du jetzt völlig durchdrehst.«

»Das macht vierzehn Euro.« Der Kartenverkäufer, dessen Gesicht sich unter einer Schicht Akne versteckte, beugte sich über die Theke und gab ihnen ihre Tickets.
»Vierzehn Euro? Da geht ja mein ganzes Taschengeld flöten«, klagte Claudia empört.
Am liebsten wäre Anna vor Scham im Boden versunken. Was der Typ jetzt wohl von ihnen denken mochte? Eigentlich konnte es ihr ja egal sein, aber peinlich war ihr die Sache schon. Was, wenn sie sich irgendwann einmal auf der Straße sahen? Erinnerte er sich an sie als die Freundin einer Unruhestifterin?
Das Pickelgesicht lächelte.
»Gehst du nicht auch bei uns in die Schule?« Claudia klimperte mit den Wimpern.
»Kann sein«, murmelte er und widmete sich wieder einem Prospekt über die Ausstellung.
»Ich glaube, ich habe dich bestimmt schon gesehen«, Claudia beugte sich zu ihm, »arbeitest du hier freiwillig?«
Er zuckte die Schultern, sah nicht einmal auf.
»Komm endlich. Lass ihn zufrieden«, sie zog an Claudias Shirt, »schließlich wolltest du mit mir in diese Ausstellung und nicht mit irgendwelchen Jungs flirten.«
»Flirten?« Claudia erschrak, sah zum Ticketverkäufer, der sie jedoch keines Blickes würdigte. »Flirten? Bist du wahnsinnig? Sieh ihn dir mal richtig an. Rothaarig und mehr Pickel im Gesicht, als andere auf ihrem Hint… ähm … Na, du weißt schon.«
Sie wandte sich von der Freundin ab und schüttelte den Kopf. Manchmal benahm sich Claudia wie ein Kindergartenkind. Niemand, der sie reden hörte, würde glauben, dass sie fünfzehn war.
»Ich wollte doch nur, dass er uns die Preise niedriger macht«, rechtfertigte diese sich weiter.
»Hat nicht geklappt.« Anna zerrte sie mit sich.
»Danke, das merke ich.«
»Denkst du mal daran, ob er das morgen in der Schule rumerzählt? Wenn er damit hausieren geht, dass du ihn bezirzen wolltest? Glaub mir, danach bist du das Gespött des Pausenhofes, nein, der ganzen Stadt.« Sie kicherte.
»Erinner mich nicht daran.« Claudia schob einen samtenen Vorhang zur Seite, der wohl das Tor in die längst vergessene Welt darstellen sollte, und schlüpfte hindurch.
»Kommst du?«, klang es gedämpft von der anderen Seite, »Anna?«
Sie wollte nicht weitergehen. Etwas lauerte in den Räumen, das sie von ihrem Standpunkt aus nicht sah. Sie starrte den Vorhang an. Waren da nicht eben Stimmen gewesen? Leise, flüsternd wie von weit her. »Unsinn«, schalt sie sich. Sie befand sich in einer Ausstellung. Natürlich gab es hier Menschen, die miteinander sprachen. Besucher und keine Gespenster. Dennoch bemerkte sie einen Druck auf der Brust, der abklang und zunahm, als werfe jemand einen Volleyball immer und immer wieder dagegen.
»Wo bleibst du denn? Anna?«
Der Vorhang warf Wellen und schien einen Moment lang durchsichtig zu werden. Sie hielt den Atem an, betrachtete den Stoff, aber nichts geschah. Alles war, wie es sein sollte. Nur ein roter samtener Vorhang, der zwei Räume voneinander trennte. Ihre Fantasie ging mit ihr durch. Mehr nicht. Sie schüttelte den Kopf über diese absurde Vorstellung, etwas anderes gesehen zu haben und wollte gerade der Freundin folgen, als sie jemanden hörte. Ja, komm, meine Königin. Komm zu mir.
Sie blieb stehen. Der Stoff in ihrer Hand fühlte sich heiß und trocken an. Wie hypnotisiert starrte sie auf den Vorhang, der nun flatterte, als tobe dahinter ein Sturm. Hitze stieg in ihr auf, verbrannte ihre Wangen, versengte die Augenbrauen. Die Luft wandelte sich zu Feuer. Sie konnte nicht mehr atmen.
Diese Stimme gehörte nicht Claudia. Nein, sie klang wie die eines Mannes. Brummend und irgendwie geschmeidig zugleich. Eine Stimme, die dem Knurren aus ihren Träumen ähnlich schien.
»Anna?«
Wie ein Mantel fiel die Wärme von ihr, kroch am Boden davon und zog sich in die Finsternis hinter dem Vorhang zurück. Einen Wimpernschlag lang hielt sie noch den Atem an, dann wirkte alles wie bei ihrem Eintritt in das Museum.
Claudia rief nach ihr. Ohne Zweifel. Wer sonst sollte wissen, dass sie im Vorraum stand?
Tagträume, es müssen Tagträume sein. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. »Doch, die gibt es«, korrigierte sie sich, aber wollte nicht daran denken.
»Willkommen, sehr verehrte Besucher«, drang es aus einem Lautsprecher über ihnen, »tauchen Sie ein, in eine der faszinierendsten Epochen der ägyptischen Geschichte. Ein Pharao wird mit neun Jahren auf den Thron gehoben. Seine Regentschaft dauert von 1332 bis 1323 vor Christus. Gelenkt durch seinen Gottesvater Eje, beginnt Tutanchamun die Abwendung vom Atonkult. Zerstörte Tempel der alten Götter werden wieder aufgebaut und er heiratet seine Schwester Anchesenpaaton.«
Anchesenpaaton? Anna horchte auf. Sie kannte diesen Namen, wusste aber nicht woher. »Anchesenpaaton.« Der Name umhüllte ihre Zunge mit einem Gefühl, als hätte sie eben gerade am Fell des Nachbarhundes geleckt.
»Tutanchamun, ein Pharao, der jung starb. Das Geheimnis um sein Ableben bleibt ungelöst. Was ist Wahres an dem Fluch des Pharaos? Warum starben die Expeditionsmitglieder, die das Grab am 4. November 1922 entdeckten, frühzeitig? Tauchen Sie ein und wandeln Sie auf den Pfaden längst vergangener Zeiten.«
Tränen füllten ihre Augen, schwer wie Blei waren ihre Beine. Etwas schien sie in die Knie zwingen zu wollen. Dieselbe Macht, die sie vor dem Vorhang erlebt hatte? Sie kämpfte gegen den Drang, sich auf den Boden zu werfen und wie ein Embryo zusammenzurollen. Sie musste hier raus. Schnellstmöglich. Wie sollte sie das ihrer Freundin beibringen? Sie erklärte sie mit Sicherheit für verrückt.
»Brrr …«, Claudia schüttelte sich, »verstehst du auch nur ein Wort von dem, was der da erzählt?«
»Ich glaube schon«, gab sie nach kurzem Zögern zu und schwor, dass alle Farbe aus ihrem Gesicht wich.
»Geht es dir nicht gut?«
»Ja, nein. Ach, ich weiß nicht. Eigentlich will ich nur nach Hause.« Sie versuchte zu lächeln und hoffte, dass es gelang.
»Nö, nichts da. Wir haben unser ganzes Taschengeld ausgegeben, um hier reinzukommen. Da gehen wir doch nicht, ohne uns die Ausstellung anzusehen. So, so. Du verstehst also, was der Typ da quasselt?«, wechselte sie das Thema. »Bist du etwa eine kleine Streberin?«
Sie brachte gute Noten nach Hause, ja, allerdings war sie alles andere als eine Streberin. Ihr fiel es leicht, zu lernen, und das wusste Claudia. Aber das Alte Ägypten? Nein, diese Epoche der Geschichte hatte sie bis heute für uninteressant gehalten und nie wirklich etwas darüber gelesen. Aus welchem Grund also kamen ihr diese Worte bekannt vor?
»Anna? Träumst du?«
Sie sah auf und lachte, obwohl ihr zum Heulen zumute war. »Keine Ahnung. Alles an diesem Ort kommt mir seltsam vertraut vor, als ob ich schon einmal hier gewesen wäre.«
Etwas blitzte vor ihrem inneren Auge auf. Gleißend hell, strahlender als die Sonne, zogen Bilder durch ihre Gedanken. Bilder, die sie nicht erkannte und die ihr dennoch einen Schauder über den Rücken jagten. Anna ahnte, dass das Gezeigte mit ihr im Zusammenhang stand, aber die Bilder nicht ihre Erinnerungen waren. Bevor sie erfasste, was sie sah, verschwand das Dargestellte und hinterließ nur Dunkelheit in ihrem Gedächtnis. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und fröstelnd verschränkte sie die Arme, dabei schien nur ein Augenblick vergangen zu sein.
»Unsinn. Die Ausstellung ist doch heute erst eröffnet worden. Oder warst du etwa mit Daniel auf der Pressekonferenz?«
Pressekonferenz? Wovon sprach Claudia? Dies musste ein Traum sein, oder sie wurde langsam verrückt. Du musst ruhig bleiben. Du wirst weder irre, noch bist du krank oder sonst was. Du bist nur übermüdet. Das ist alles. Zu viel gelernt. Das muss es sein, rief sie sich zur Ordnung, während sich ihre Knie in eine weiche Puddingmasse verwandelten. »Was sollte ich auf einer Pressekonferenz?«
Claudia seufzte. »Du besitzt auch keine Fantasie, oder?«
»Jedenfalls keine nur annähernd so lebhafte wie du.« Mit jedem Herzschlag zog sich die Erinnerung an diesen verfluchten Tagtraum weiter zurück. Sie sog die muffige Luft tief ein, überzeugt davon, dass alles nur in ihrer Vorstellung geschah. Wenn überhaupt.
»Mensch, Anna. Daniel schreibt für die Schülerzeitung einen Artikel über diese Ausstellung.«
Sie hob die Schultern etwas an, ließ sie aber sogleich wieder fallen. »Ja und?«
Claudia gab ihr einen Klaps gegen die Stirn.
Erschrocken trat sie einen Schritt zurück. »Spinnst du?«
»Erde an Anna. Hallo? Ist da oben noch jemand? Denk doch mal nach. Er hält sich hier bestimmt öfter auf. Und daraus schließen wir?«
»Wir? Nicht viel, denke ich. Eher du.« Es interessierte sie nicht, was Claudia dachte oder zu denken glaubte. Diese Bilder, diese Erinnerungen, entstammten sie der Wirklichkeit? Das war die einzige Frage, auf die sie eine Antwort wollte.
»Dass wir ihn hier natürlich antreffen werden«, riss Claudia sie aus ihren Überlegungen.
»He? Wen?«
»Ach Anna, hörst du mir überhaupt zu? Ich male dir gerade ein romantisches Date aus und du bist mit deinen Gedanken ganz woanders.«
»Ich höre.« Seufzend ergab sie sich in ihr Schicksal. Claudia würde nicht eher aufhören, zu reden, bis sie ihre Vorstellungen in allen Einzelheiten zu Ende erklärt hatte. »Also …«
»Ist ein Bindewort.«
»Nun lass mich doch mal. Diese Dunkelheit, die vielen Kostbarkeiten. Gibt es einen romantischeren Platz? Sei doch mal ehrlich.«
»Mit Sicherheit. Neben einer Mumie möchte ich nämlich nicht das erste Mal geküsst werden.«
Sie brachen in schallendes Gelächter aus.
»Lass uns jetzt Ägypten erkunden«, sagte Claudia feierlich und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

»Und? War doch eine klasse Idee, herzukommen, oder?«
»Die beste seit langer Zeit.« Anna blieb auf den Stufen vor dem Museum stehen, um Claudia zu umarmen.
»He! Nicht so fest«, protestierte diese und befreite sich kichernd aus ihren Armen, »es war wirklich ein sehr schöner Nachmittag.«
»Aber irgendwie auch traurig«, sie dachte an Tutanchamun, »ich meine, er starb dermaßen jung. Könntest du dir vorstellen, dass du in drei Jahren ermordet wirst? Zu deinem achtzehnten Geburtstag?«
»Da geht doch das Leben erst los.« Claudia sah in den Himmel.
»Viel von seinem Leben hatte Tutanchamun nicht. Nur regieren und sich mit den Problemen anderer herumschlagen.« Sie sah ebenfalls nach oben und entdeckte dort eine einsame Wolke.
»Er wollte es so.«
»Er hatte nicht einmal Kinder«, warf sie ein.
»Daher weht also der Wind?« Claudia sah sie an und stupste ihr in die Rippen. »Du bist schon bei der Kinderplanung mit Daniel? Vielleicht solltest du es ruhiger angehen lassen und ihn erst einmal heiraten?«
»Du bist blöd.« Sie verschränkte die Arme vor der Brust. Zu gern wollte sie ihr die Zunge rausstrecken, hielt sich aber zurück. Auf das Kindergartenniveau der Freundin wollte sie sich nicht herablassen.
»Ich mache nur Spaß.« Claudia kauerte sich lachend vor sie. »Ich hab dich trotzdem auf dem richtigen Fuß erwischt.«
Anna streckte ihr nun doch die Zunge heraus. Sollte sie von ihr halten, was sie wollte. Zu sticheln, grenzte an absolute Boshaftigkeit. Das begriff Claudia noch nicht.
»Um auf die Kinder zurückzukommen …«, sagte diese und stand wieder auf.
Ein Schatten legte sich über deren Gesicht. Vielleicht auch nur ein Lichtreflex, Anna wusste es nicht. Sie durfte sich nicht immer Sachen einreden, die nicht existierten.
»… Die fanden doch zwei Babymumien bei ihm … Ja, ja, das ist wirklich nicht besser.«
»Hm.«
»He, Mädels.«
Anna sah auf, um den Blick eine Sekunde später zu senken. Die Traurigkeit, die sie für den jungen Pharao empfand, wich. Ein Glühen auf ihren Wangen entfachte. Er muss jemand anderen meinen, überlegte sie und schwankte zwischen Hoffen und Bangen. Wenn du dich umdrehst, steht bestimmt eine Gruppe Mädchen hinter dir. Die meint er. Wieso auch sollte er uns ansprechen?
»He, Daniel.« Claudias Stimme klang fröhlich und unschuldig zugleich. »Was suchst du denn hier?«
Was für eine Frage. Claudia hatte sie doch genau deswegen hierher geführt, damit sie ihn trafen. Aber etwas anderes irritierte sie viel mehr. »Du kennst ihn?« Sie rang nach Atem. Ein Band schnürte sich um ihren Hals, zog zu. Woher kennt sie Daniel? Sind sie am Ende … vielleicht … Sterne tanzten vor ihren Augen. Wenn Claudia jetzt sagte … Sie beide … ein Liebespaar? Beabsichtigte die Freundin es ihr auf diese Art und Weise unter die Nase reiben? Das ist nicht fair. Nein, das darf nicht geschehen. Lieber sollte sich an dieser Stelle der Erdboden auftun und sie verschlingen. Sie wollte nicht hinhören, doch Claudias Worte drangen in ihr Bewusstsein und sie benötigte einige Momente, um den Sinn zu verstehen.
»Durch meinen Cousin. Er war auf einer Party bei ihm. Ich zufällig auch. Du konntest da ja nicht. Erinnerst du dich? Vergangenen Freitag, wo du bei deiner Oma zu Besuch warst.«
Sie erinnerte sich, auch daran, welche Streitereien sie deshalb mit ihrer Mutter gehabt hatte. Jetzt ärgerte es sie noch mehr, dass sie ihren Willen nicht hatte durchsetzen können.
»Anna, alles ist in Ordnung. Wir haben nur geredet.«
»Das sagen sie alle.«
»Ich bin nicht alle«, Claudia verzog ihre Lippen zu einem Schmollmund, »da ist nichts. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich nehme ihn dir nicht weg, auch wenn ich ihn …«
Einen Moment lang dachte sie daran, dass Claudia sie belog, aber da stand Daniel schon vor ihr.
»Ich wollte mich erkundigen, ob euch die Ausstellung gefällt?« Er lachte und deutete eine Verbeugung an.
»Sehr gut. Einfach spitze«, entgegnete Claudia hastig.
»Das freut mich. Und was ist mit dir?«
Anna spürte seine Blicke wie Nadelspitzen auf sich ruhen. Sie sah weg, ertrug seine blauen Augen nicht, ohne ihm im nächsten Moment um den Hals zu fallen und betrachtete stattdessen ihre Schuhspitzen.
»Hat es dir etwa nicht gefallen?«
Daniel sprach leise, fast bekümmert, wie sie fand.
»Do… doch.« Sie verfluchte sich für ihr Stottern und sah weiterhin auf den Erdboden. Hoffentlich merkte er nicht, wie aufgeregt sie war. »Sehr, sehr gut sogar.« Durchatmen. Tief Luft holen. »Ein wenig traurig.« Langsam hob sie den Kopf, sah ihn an.
Ihre Blicke trafen sich.
Ihr Herz vollzog einen Sprung und polterte in aller Unruhe weiter.
»Find ich ebenso. Gerade wenn man bedenkt, wie jung dieser Pharao starb.«
»Genau dasselbe sagte Anna vorhin auch«, mischte sich Claudia ein und grinste.
»Wirklich?« Er strich ihr über die Schulter.
Ihre Knie zitterten. Er berührt mich. Er, kreischte es hinter ihrer Stirn, während die Stimme sich im Magen wiederfand. Verschluckt und verloren. Wahrscheinlich für immer.
Im nächsten Moment erhob sich ein Wind, in den sich ein säuselnder Gesang mischte. Schön erscheinst du im Horizonte des Himmels, du lebendige Sonne, die das Leben bestimmt! Du bist aufgegangen im Osthorizont und hast jedes Land mit deiner Schönheit erfüllt. Schön bist du, groß und strahlend, hoch über allem Land. Deine Strahlen umfassen die Länder bis ans Ende von allem, was du geschaffen hast. Du bist Re, wenn du ihre Grenzen erreichst und sie niederbeugst für deinen geliebten Sohn. Fern bist du, doch deine Strahlen sind auf Erden; du bist in ihrem Angesicht, doch unerforschlich ist dein Lauf.
Eine andere Stimme drang an ihr Ohr. »Was denkt ihr?«
Der Gesang verstummte, verwehte aber nicht mit dem Klang der Melodie. Der Text brannte sich in ihr Gedächtnis ein. Anna wog den Kopf, spannte die Nackenmuskeln, bis sich ein Knoten darin zu bilden schien.
»Werdet ihr die Ausstellung noch einmal ansehen?«
»Bestimmt«, sagte Claudia.
Anna schwieg, bekam nur am Rande das Gespräch zwischen ihrem Traumprinzen und ihrer Freundin mit.
»Was ist mit dir, Daniel? Willst du sie dir auch ansehen?«, hakte Claudia nach.
»Mit Sicherheit. Es ist zwar schon das … hm … lass mich überlegen. Das sechste oder siebte Mal?« Er lachte.
»Wir drei könnten doch mal zusammen losziehen. Dein Wissen und das von Anna, ihr könntet großartig philosophieren«, Claudia sah zu ihr, »ja, auch wenn sie heute nicht wirklich intelligent erscheint, eher wie ein stummer Frosch, aber euer beider Wissen beisammen, lehrt sogar mich Nullcheckerin mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas.«
»Das können wir gern machen. Ich bin jeden Tag in der Ausstellung. Ihr müsst mir nur sagen, wann ihr vorbeikommen wollt.« Daniel zwinkerte Anna zu, die nicht wagte, zu atmen. »Mit mir kommt ihr kostenlos da rein«, flüsterte er hinter vorgehaltener Hand.
Claudia strahlte und konnte damit glatt der Sonne Konkurrenz machen. »Das nenne ich großartig.«
»Und ich fände es großartig …« Er trat auf Anna zu, strich über ihr Haar.
Unfähig, sich zu bewegen, starrte sie ihn an.
»… wenn es dir bis dahin wieder besser ginge, liebe Anna.« Er winkte ihnen zu und verschwand durch die Tür ins Innere des Museums.
»Was war denn das?« Claudia schmiegte sich an sie. »Spür ich da ein Kribbeln in der Luft? Einen Funkenregen? Ein Seil, zum Zerreißen gespannt?«
»Hör auf.« Anna winkte ab. Wie gern wollte sie sich über die Berührung, ja, allein schon über das Bemerktwerden freuen. Ihr Herz sollte an dieser Stelle Purzelbäume schlagen. Aber da spielte dieses Lied, diese Melodie, die sich nicht aus ihrem Kopf vertreiben ließ.

»Erzähl. Was gab es dort zu entdecken? Ich bin gespannt.« Ihre Mutter folgte ihr auf dem Fuß quer durch die Wohnung, sodass sie befürchtete, früher oder später über den Haufen gerannt zu werden. Wie konnten Mütter nur dermaßen aufdringlich sein und warum wollten sie immer alles genau wissen? Sie mochte sie, ohne Frage. Auf eine seltsame, verquere Art waren sie sogar befreundet, wenn man das so nennen durfte.
Aber es gab Dinge, die erzählte man einer besten Freundin nicht und erst recht nicht der eigenen Mutter.
Anna seufzte und gab ihre Überlegungen an Widerstand auf. Ihre Mutter ließ sie nicht eher in Ruhe, bis sie nicht auch die kleinste Kleinigkeit wusste. »Ach, eigentlich ganz interessant. Sie stellen dort Totenmasken aus«, berichtete sie stockend, »ebenso wie Särge, äh Sarkophage nennt man die im Alten Ägypten, Geschmeide und die Mumie des Tutanchamuns.«
»Tutanchamuns Mumie?« Mutter schlug die Hände vor der Brust zusammen, bekreuzigte sich rasch.
Anna lächelte. Mama war alles andere als kirchlich. Sie glaubte einzig und allein an Märchen und Legenden.
»Tutanchamuns Mumie, das ist doch die, auf der dieser Fluch liegt, oder?«
»Genau.« Anna spitze die Lippen und versuchte, böse zu schauen. Sie streckte die Arme aus, kniff die Augen zu Schlitzen zusammen und torkelte einige Schritte den Flur entlang. »Mich – hat – dieser – Fluch – erwischt – ich – bin – eine – lebende – Tote – bin – wiedergekommen – um – Rache – an den Entweihern – meines – Grabes – zu – nehmen – und – an – all – deren – Nachkommen – weil – die – Entweiher – bestimmt – schon – selbst – in – der – Hölle – schmoren.« Nach Luft ringend brach sie in Gelächter aus und ließ die Arme sinken. Die Anspannung der vergangenen Tage war vergessen.
»Na dann hopp, meine kleine Mumie.« Ihre Mutter stimmte in das Lachen ein. »Geh dich pudern und deine Bandagen ordnen. In einer halben Stunde gibt es Abendessen.«

Auch in allen gängigen eBooks für 2,99€ zu haben!

Beim Verlag bestellen
Bei Amazon bestellen