Sandra Rehschuh

Ein Sternlein auf Reisen – In einem Land unter unserem Bett

Ein Sternlein auf Reisen

Ein Sternlein auf Reisen

Tim weiß: Unter seinem Bett lebt ein Monster!
Aber niemand will ihm glauben. Bis sein Vater in das geheimnisvolle Land unter dem Bett entführt wird.
Monstrosias wird es von den Bewohnern genannt. Und diese Bewohner sind niemand andere, als leibhaftige Monster!
Zusammen mit dem Sternlein Antares macht sich Tim auf die Suche nach seinem Vater und findet nicht nur Ungeheuer, sondern auch neue Freunde.


 

Tim möchte nicht schlafen, denn er ist fest davon überzeugt, dass unter seinem Bett ein Monster lebt. Doch niemand will ihm glauben – bis der Vater verschwindet.
Mit Hilfe des Sternes Antares macht er sich in das Land Monstrosias auf, welches unter jedem Kinderbett existiert.
Hier erwarten die beiden Hindernisse, die es gemeinsam zu bewältigen gibt. Unter anderem muss Tim seine Scheu vor Krabbeltieren, als sie auf die Schabe Blattella treffen, überwinden.
Zielsicher führt sie Tim und Antares zum Haus des Monsters. Doch von dem Vater keine Spur.
Und dann taucht auch noch das Monster auf! Aber so furchtbar, wie es sich die beiden Freunde vorgestellt haben, ist es gar nicht.So lernen sie zu verstehen, dass alleine sein nicht schön ist und man auch Freunde braucht, selbst wenn man „anders“ ist.

 

Broschiert: 56 Seiten
Verlag: Axiomy Verlag (23. November 2015)
ISBN-13: 978-3945618479
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 5 Jahren

Leseprobe:

Die Nacht hatte sich wie ein Schleier über die Welt gelegt. In dem kleinen Wäldchen, am Rande der Stadt, ließ der Uhu seinen Ruf erklingen. Nur das Läuten der Turmuhrglocke mischte sich in seinen Gesang. Sonst war es still. Auch der Wind hatte sich zur Ruhe begeben, sodass keine Wolke den Himmel verdecken konnte. Sternlein und Mond schauten gemeinsam hinab auf die Erde.

„Ob der Junge schöne Träume hat?“, fragte der Silbermann neugierig, als er in Tims Zimmer blickte. Gerade wollte er dessen Gesicht mit seinen Strahlen erhellen, als er feststellte, dass Tim nicht in seinem Bettchen lag. Wohin war er verschwunden? Zu dieser nächtlichen Stunde?

Verwundert runzelte der Mond seine Stirn. Schon längst sollte der Bub im Traumland sein. Aber nirgendwo war er zu sehen. Vorsichtig tastete er mit seinem Schein durch das Zimmer und auf die offenstehende Tür zu.

Laut waren die Stimmen, die an sein Ohr drangen:

„Nein! Ich will nicht ins Bett!“, hörte er Tim aufgeregt rufen.

„Warum denn nicht?“, fragte eine Frauenstimme besorgt. Das musste Tims Mutter sein.

„Weil … weil unter meinem Bett ein Monster ist!“, antwortete er kleinlaut.

„Es gibt doch gar keine Monster“, brummte eine Stimme.

„Doch. Bestimmt, Papa!“ Der Mond konnte sehen, wie Tim wütend mit dem Fuß aufstampfte. „Es gibt Monster! Mindestens eins! Und das wohnt unter meinem Bett!“

Ungläubig schüttelte der Silbermann seinen Kopf. Nie zuvor hatte er so etwas erlebt! Warum waren die Eltern des Jungen so uneinsichtig? Hatten sie denn wirklich noch nie etwas von dem Land Monstrosias gehört? Oder hatten sie die eigenen Erlebnisse aus ihrer Kindheit einfach vergessen?

Aber still nun! Der Mond mochte Tim helfen und ihn beruhigen. Seine silbernen Strahlen wanderten weiter durch die offene Tür. Hinaus in das Wohnzimmer, bis sie Tim erreichten.

„Warum will mir niemand glauben?“ Tränen schossen über seine Wangen.

„Komm, ich bringe dich ins Bett.“ Papa nahm ihn auf die Arme. „Und vorher schauen wir unter dein Bett. Versprochen!“

„Indianer-Ehrenwort?“

„Indianer-Ehrenwort!“

Oh je, dachte der Mond bei sich. Es ist doch gefährlich, nach diesem Monster zu suchen! Wenn er dann in das Land gezogen wird … Von dort gibt es kein Entrinnen. Aber nein, er brauchte sich keine Sorgen zu machen. Der Vater würde aufpassen. Und trotzdem kam der liebe Silbermond nicht umhin, misstrauisch auf die Erde zu blicken. Vielleicht war es sogar gut, wenn der Vater dem Monster begegnete?, überlegte er einen Moment. Dann würde er Tim endlich glauben.

Neugierig, an das Fenster gedrängt, erhellte sein Schein das ganze Kinderzimmer. „Oh je, oh je“, murmelte er. „Jetzt sind sie gleich da.“

Papa öffnete die Tür ganz weit. Es war fast taghell in Tims Zimmer. Kein Schatten war zu sehen. Kaum eine Ecke, in der noch Dunkelheit herrschte. Und trotzdem!

Tim streckte seinen Arm aus und zeigte aufgeregt auf sein Bettchen. „Papa! Da! Unter dem Bett! Hast du den Schatten gesehen?“

Er schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid. War es das Monster?“

Behutsam ließ er den Jungen von seinen Schultern zu Boden gleiten. „Zeig mir mal, wo du das Ungeheuer gesehen hast.“

„Ich habe es nicht gesehen. Nur seinen Schatten. Und … und gehört habe ich es auch!“

Nachdenklich begann der Mond zu nicken. Er hatte auch etwas gesehen. Ob es wirklich das Monster war? Warum konnte es der Vater nicht entdecken?

„Gehört? Tim, das war doch nur der Wind.“ Papa schloss das angekippte Fenster. Zum Glück blieben die Vorhänge offen.

„Es war nicht der Wind“, entgegnete Tim schmollend. „Es war das Monster! Ich habe es ganz genau gehört.“

„Und was hast du gehört?“

„Dass du das Licht löschen sollst, damit es unter dem Bett hervorkommen kann.“

„Du meinst, dein Monster fürchtet sich vor Licht?“

Tim schwieg.

„Dann wollen wir einmal unter das Bett schauen.“ Der Vater begab sich in die Hocke und hob dabei die Decke hoch.

„Nein! Papa! Das Monster … Es wird dich holen!“

„Es wird mir schon nichts tun!“

Nun konnte auch der Mond nicht mehr zuschauen. Viel zu sehr fürchtete er sich selbst vor dem Wesen, welches da unter dem Bett leben sollte. Dennoch beschützte er Nacht für Nacht die Kinder vor eben jenen Ungeheuern, indem er mit seinem silbernem Schein die Zimmer erhellte.

Tims Schrei ließ ihn seine Angst überwinden. Rasch schaute er durch das Fenster und konnte den Buben entdecken, der ängstlich einige Schritte vom Bett entfernt stand – ganz allein!

Nirgendwo war der Vater zu sehen! Wohin war er verschwunden? „Hätte ich nur nicht weggesehen“, tadelte sich der Silbermann. „Vielleicht ist er einfach gegangen?“ Nein, dann hätte Tim nicht schreien müssen! Ob wohl … das Monster …? Undenkbar! Aber warum eigentlich nicht? Aufgeregt versuchte der Mond, mehr zu erkennen.

„Mama! Mama! Das Monster hat Papa geholt!“

War seine Vermutung also doch richtig gewesen! Bang wurde ihm ums Herz. „Was soll ich tun? Wie kann dem Vater geholfen werden?“ Ängstlich blickte der Mond sich um, wusste aber keinen Rat.

„Jetzt ist aber Schluss!“, drang eine Stimme durch das Haus. „Dein Vater soll den Unsinn lassen! Und du wirst jetzt schlafen!“

„Aber … Mama!“ Die Mutter war nicht zu sehen. „Papa … Papa ist unter dem Bett!“

„Dann soll er gleich die Staubflocken hervorholen!“

Typisch Mütter, dachte sich der Mond. Warum wollte sie ihrem Jungen nicht glauben? Jetzt musste er doch selbst eingreifen. Hastig überlegte er und fasste einen Plan: Ein Sternlein musste hinunter auf die Erde. Ein Sternlein, das Tim beschützte und seinen Vater rettete.

Rasch rief der Mond seinen Sternenrat zusammen und trug das Problem vor.

„Ein Monster? Unter dem Bett von Tim? Ich habe es schon einmal gesehen!“, piepste ein Sternchen.

„Und du hast keine Angst vor diesem Wesen?“

„Nein. Ich glaube nicht, dass es böse ist.“

„So?“ Der Mond legte seine Stirn in Falten. „Dann soll es deine Aufgabe sein, dem Jungen zu helfen. Ich schicke dich zu ihm hinab.“

Ehe das Sternlein wusste, was mit ihm geschah, rutschte es auf einem silbernen Strahl auf die Erde – direkt durch das geschlossene Fenster von Tims Zimmer.

 

Vorhergegangene Auflagen:

cover_sternAn dieser Stelle möchte ich alle meine Leser bitten, diese Auflage nicht zu kaufen! Der Verlag existiert nicht mehr, die Abrechnungen fehlen von 2 1/2 Jahren, aber der Verlag darf weiterhin – bis zum 27.2.2017 – das Buch verkaufen. Ob die bestellten Bücher dann ja beim Käufer ankommen kann ich nicht sagen und es obliegt nicht in meiner Macht, dort vernünftigen Nachforschungen nachzugehen, da die Verlagsinhaberin jegliche Kontaktaufnahme ins Leere laufen lässt.